Wie christliche Werte wie Nächstenliebe, Toleranz und Hoffnung meine Kinder- und Jugendbücher prägen. Ein persönlicher Einblick in meine biographischen Wurzeln.

Wie christliche Werte meine Kinder- und Jugendbücher prägen

In einer Zeit, in der sich der beinahe klischeehaft personifizierte Antichrist ein mediales Duell mit dem Papst liefert, muss man sich fragen, welche Bedeutung Politiker (auch unsere deutschen) den christlichen Werten des Abendlandes überhaupt noch beimessen. Aktuell sieht es leider nicht danach aus, dass der Führer der freien Welt noch viel darauf gibt. Wie sonst ließe sich etwa die Demontage wichtiger Hilfsorganisationen wie USAID anders begründen als mit der Verachtung eben dieser Werte?

In Zeiten eines offenkundigen Werteverfalls erscheint es mir umso wichtiger, bedrohte Tugenden wie Hilfsbereitschaft und Empathie aktiv zu fördern. Bücher sind seit jeher wichtige Wegweiser für Kinder und Jugendliche, und in meinen Geschichten spielen diese Werte eine zentrale Rolle.

Ein persönlicher Blick: Christliche Wurzeln ohne Kirchenbuch

Meine Mutter, ursprünglich eine evangelisch getaufte Ostpreußin, wurde später in Köln umgetauft, trat jedoch nach der Heirat mit meinem algerischen Vater aus der Kirche aus. Mein Vater wiederum war an Religion gänzlich uninteressiert, so schien es mir jedenfalls.

Meine Eltern lebten in Berlin, als ich geboren wurde. Als ich dann eingeschult wurde, legte meine Mutter Wert darauf, dass ich den Religionsunterricht besuche, obwohl unsere Familie keiner Konfession angehörte und ich auch nicht getauft war. So nahm ich von der 1. bis zur 10. Klasse am evangelischen Religionsunterricht teil und lernte den Glauben und seine Ethik sehr genau kennen.

Auch heute gehöre ich keiner Religionsgemeinschaft an. Für den wahren Glauben bin ich zu sehr jemand, der an konkreten, nachprüfbaren Antworten interessiert ist. Das erklärt auch meine wissenschaftliche Studienwahl: Nachrichtentechnik.

Zehn Jahre Religionsunterricht haben jedenfalls ihre Spuren hinterlassen. Die biblischen Gleichnisse, die Jesus-Erzählungen und seine Botschaft von Hoffnung und Barmherzigkeit schimmern in all meinen Büchern durch.

Christliche Nächstenliebe

Schon bei meinen ersten Werken stellte ich mir die Frage: Sollen Kinderbücher eher leichte Kost oder moralisch überladen sein? Mein Fazit damals wie heute: Moral gehört dazu, solange sie das Abenteuer nicht erstickt.

In meiner Trilogie Leuchtturm der Abenteuer müssen die jungen Helden eine böse Bruderschaft daran hindern, das Leben im Universum zu vernichten. Hilfsbereitschaft und Empathie sind dabei ihre besten Werkzeuge und ihr Mitgefühl ist ihre stärkste Waffe gegen die Hartherzigkeit ihrer Gegner. Nicht ohne Grund spielt die Handlung der Kinderbücher zu Weihnachten.

Hoffnung statt Verzweiflung

In meinem Beitrag über Krieg und Tod im Kinderbuch habe ich thematisiert, dass wir jungen Lesern schwere Kost zumuten können, solange wir sie damit nicht allein lassen. Folgende Werte sind in meinen Büchern neben der Nächstenliebe auch sehr präsent:

  • Trost: Das Wissen, dass wir in unserem Leid nicht allein sind.
  • Hoffnung: Die Gewissheit, dass nach der Dunkelheit wieder Licht kommt.

Im Jugendbuch Engel der Zeiten will die Protagonistin Ellie ihr Leben aufgrund traumatischer Erlebnisse beenden. Ihre Freunde versuchen dies mit aller Kraft und Liebe zu verhindern. Es geht um die Erkenntnis, dass Sorgen geteilt werden können und das Leben mehr ist als nur Schmerz. Ihre Freundin Darya, eine Kriegswaise, befürchtet sogar, ihren Glauben zu verlieren. Als sich die Gelegenheit für eine Zeitreise ergibt, wünscht sie sich eine Begegnung mit Jesus bei seiner Bergpredigt, um neue Hoffnung zu schöpfen. Ein Wunsch, der erfüllt wird.

Werte für die Gesellschaft: Toleranz und Demokratie

Wie ich kürzlich in meinem Artikel über Kinder- und Jugendbücher für Toleranz und Demokratie schrieb, ist das Eintreten für die Würde des Nächsten die Basis unseres Zusammenlebens.

“Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.” Dieser Kernsatz ist die ultimative Anleitung für Toleranz. In meinen Büchern versuche ich, genau diesen Geist zu vermitteln. Es geht um Respekt, Vergebung und den Mut, für Schwächere einzustehen. Im Jugendbuch Die Jagd nach dem geheimnisvollen Kodex thematisiere ich dies explizit: In einem digitalen Universum kurz vor der Apokalypse suchen die Helden nach einem Kodex, der göttliche Macht verleiht. Der Hüter dieser Macht fordert jedoch den Nachweis wahrer Werte, allen voran der Toleranz. Denn wenn die falsche Gesinnung an grenzenlose Macht gelangt, folgt die Katastrophe. Das ist ein Thema, das in unserer Geschichte (und Gegenwart) leider aktueller denn je ist.

Sinnstiftende Geschichten als Buchgeschenk

Wenn Eltern, Großeltern oder Paten nach einem wertvollen Buch zur Kommunion, Konfirmation oder zur Firmung suchen, ist ein religiöser oder ethischer Bezug oft ein wichtiges Kriterium. Doch solche Bücher müssen nicht trocken sein. Meine Bücher bieten hier eine Brücke: Sie erzählen spannende, weltliche Abenteuer, vermitteln aber gleichzeitig jene christlichen Grundwerte, die uns als Gesellschaft zusammenhalten, ganz ohne erhobenen Zeigefinger.

Werte als Kompass beim Schreiben

Wenn ich mich an den Schreibtisch setze, habe ich keine Missionierungsabsichten. Aber ich habe einen inneren Kompass. Meine Geschichten sind von dem Wunsch geprägt, die Welt ein Stück besser und verständnisvoller zu machen.

Egal, ob man gläubig ist oder nicht: Die christlichen Bilder von Mitgefühl, Gerechtigkeit und Hoffnung sind zeitlos. Ich hatte diese Werte beim Schreiben immer im Hinterkopf, als Fundament für Geschichten, die hoffentlich noch lange nachwirken.

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