Jugendbuch-Lesung in der Landesbibliothek Fulda, Hessen

Meine Jugendbuch-Lesung in der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda, Hessen, war sehr schön. Mein Erlebnisbericht.

Jugendbuch-Lesung in der Landesbibliothek Fulda, Hessen

Meine Reise in die Klosterstadt

Bislang habe ich auf meiner Webseite immer geschrieben, dass ich nur in Berlin und Umland für Lesungen zur Verfügung stehe. Als jetzt eine erste Anfrage für eine Lesung außerhalb Berlins kam, habe ich meine Vorgaben noch einmal überdacht. So eine kleine Reise zwischendurch kann doch eigentlich auch ganz nett sein. Doch ist Fulda eine Reise wert?

Das Fulda-Gap

Zur Stadt Fulda fiel mir bislang nur die Handlung von „Die letzten Kinder von Schewenborn“ ein, einer Pflichtlektüre aus fernen Schultagen. Das sogenannte „Fulda Gap“ war im Kalten Krieg als nukleares Schlachtfeld vorgesehen, und das wurde im genannten Jugendbuch auch sehr lebhaft gezeigt. Es war kein Wunder, dass ich den Ort bislang nur mit umherirrenden Strahlungsopfern in Verbindung brachte.

Mir war natürlich klar, dass es kein atomares Inferno in der Region gegeben hat und dass ich daher nicht mit solch dystopischen Bildern konfrontiert werden würde. Ich checkte die Reisedauer mit der Bahn (ca. drei Stunden von Berlin aus) und sagte der Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda zu.

Erlebnisse mit der Deutschen Bahn

In meiner Zeit als IT-Consultant bin ich sehr oft mit der Bahn gefahren. Etliche Male habe ich mir die Beine in den Bauch gestanden, entweder weil der Zug nicht kam oder weil ich im überfüllten Zug keinen Sitzplatz mehr bekommen hatte. Nach diesen schlechten Erfahrungen wollte ich auf keinen Fall ohne Sitzplatzreservierung fahren. Ich buchte also mehrere Wochen vor der Fahrt ein Bahnticket inklusive Sitzplatzreservierungen.

Nur wenige Tage später wurde der Fahrplan geändert und die Züge fuhren jetzt ein paar Minuten später bzw. früher. Meine Reservierungen wurden ungültig. Kein Problem, dachte ich, dann bekomme ich doch sicherlich mein Geld für die Sitzplatzreservierungen zurück und kann mir von dem Geld neue Plätze buchen. Das war natürlich nicht der Fall! Um einen Antrag auf Erstattung stellen zu können, muss die Reise in der Vergangenheit liegen.

Ich buchte zähneknirschend neue Sitzplätze, doch nur wenige Tage später wurde der Fahrplan wieder um ein paar Minuten verändert und erneut wurde die Reservierung ungültig. Und ewig grüßt das Murmeltier!

Ich stieg am 13.05.2024 schließlich ohne Reservierung in den ICE nach Fulda. An Bord fand ich einen freien Sitzplatz.

Übernachtung im Kloster Frauenberg

In Fulda angekommen, ging ich die von Maps berechneten 20 Minuten vom Bahnhof zum Gästehaus des Klosters Frauenberg. Doch die Minuten zogen sich in die Länge, so wie mein Arm, mit dem ich meinen Rollkoffer hinter mir herzog. Fulda erinnerte mich an San Francisco, es ging immer wieder hoch und runter und hoch und runter. Zum Frauenberg ging es dann steil bergauf. Der Aufstieg mit Gepäck war anstrengend, aber ich wurde mit einem tollen Ausblick auf die Stadt belohnt.

Blick vom Frauenberg in Fulda
Blick vom Frauenberg in Fulda

Die Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda

Am 14.05.2024 spazierte ich dann mit meinem Rollkoffer bergab in die Innenstadt zur Hochschul-, Landes- und Stadtbibliothek Fulda.

Hochschul-, Landes-  und Stadtbibliothek Fulda
Vor der Bibliothek

Im Lesesaal war schon alles für die Jugendbuch-Lesung vorbereitet.

Jugendbuch-Lesung in der Landesbibliothek Fulda, Hessen
Der Lesesaal der Bibliothek wurde zum Veranstaltungsraum umgebaut

Das Team der Bibliothek empfing mich freundlich und dann kamen auch schon die ersten Schülerinnen und Schüler.

Jugendbuch-Lesung in der Landesbibliothek Fulda, Hessen
Der stellvertretende Leiter Herr Weiß eröffnet die Veranstaltung

Die Jugendbuch-Lesung

Ich las vor 7. und 8. Klassen, die ruhig und interessiert meiner Geschichte lauschten. Das war schön, hört man doch sonst so schlimme Sachen über diese Altersgruppe. Die beiden Klassen hatten diese Vorurteile nicht bestätigt, ganz im Gegenteil. Die Schülerinnen und Schüler stellten interessante Fragen und überraschten damit, dass sich unter ihnen viele Buchinteressierte befanden. Die meisten gaben an, in ihrer Freizeit Fantasy-Bücher zu lesen.

Während meiner Lesungen frage ich mittendrin immer, wer sich mit Charleen am See bei der alten Jagdhütte treffen würde, wenn sie doch angeblich ein Geist ist, der Jungen dorthin lockt, um sie zu sich in die Schattenwelt zu holen. Bei meinen Lesungen vor 6. Klassen gibt es immer ein paar Todesmutige, die sich trotz dieser Gefahr mit ihr treffen würden – zumindest behaupten sie das. Von meinen älteren Zuhörern meldete sich kein einziger. Arme Charleen! Wie gut, dass John, der heldenhafte Achtklässler aus meinem Jugendbuch, das Date mit seiner Traumfrau nicht sausen lassen wollte, denn sonst wäre sein Abenteuer schon nach wenigen Seiten zu Ende gewesen.

Jugendbuch-Lesung in Fulda, Hessen

Zum Abschluss besichtigte ich meine Bücher im Regal der Kinder- und Jugendabteilung und stellte mich den noch anwesenden Schülern für Selfies zur Verfügung.

Die Jugendbuch-Reihe "Geheimnisvolle Jagd" in der Bibliothek
Die Jugendbuch-Reihe „Geheimnisvolle Jagd“ in der Bibliothek

Fun-Fact: Im zweiten Band meiner Jugendbuch-Reihe unterhalten sich die Helden über „die Mönche aus Fulda“ und meinen damit die frustrierten Bibel-Kopierer aus Sketch-History, die nach jedem Änderungswunsch des Papstes die Bibel neu schreiben müssen.

Sightseeing

Nach der Lesung nutzte ich die Wartezeit auf meinen Zug für eine kurze Stadtbesichtigung. Es war herrliches Sommerwetter.

Das Stadtschloss Fulda
Das Stadtschloss Fulda
Jugendbuch-Lesung in der Landesbibliothek Fulda, Hessen
Dom St. Salvator zu Fulda

Meine Reise nach Fulda hat mir viel Spaß gemacht und ich danke dem Bibliotheksteam, speziell Sabine Appl und Berthold Weiß, für die Einladung und die perfekte Organisation!

Lesungen und andere Veranstaltungen